Subjektive Erfahrungen und Veränderungsprozesse religiöser und politischer Anschauungen im Kontext sog. „islamistischer Bewegungen“ und der Reaktionen von Staat und Gesellschaft

In dem Forschungsprojekt befassen wir uns mit den Sichtweisen von Menschen, die sogenannten „islamistischen Bewegungen“ nahestehen oder nahestanden sowie den persönlichen Erfahrungen, die sie mit staatlichen Akteuren oder in der Gesellschaft gemacht haben. Wir möchten herausfinden, welche Erfahrungen Menschen machen, die Veränderungsprozesse durchlaufen. Dabei werfen wir einen Blick, auf die Rolle der Gesellschaft, den Umgang von Behörden mit Betroffenen und die Bedeutung von Zukunftsperspektiven in diesen Prozessen. Welche Beweggründe haben dazu geführt, die eigenen religiösen und politischen Anschauungen zu ändern? Welche positiven und negativen Erfahrungen wurden in Bezug auf eventuell erlebte behördliche Maßnahmen oder im gesellschaftlichen Umgang gemacht und wie haben sich dadurch persönliche Ziele und Vorstellungen verändert? Im Sinne einer multiperspektivischen Herangehensweise interessieren uns ebenso die Sichtweisen von Personen, die solche Veränderungsprozesse begleiten oder darauf Einfluss nehmen: z.B. Mitarbeiter*innen oder Helfer*innen von Beratungsstellen oder religiösen Einrichtungen, sowie Akteure aus staatlichen und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen.

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, Umstände und Faktoren im eigenen Leben, dem sozialen Umfeld und der Gesellschaft zu identifizieren, die im Einzelfall Veränderungen religiöser und politischer Anschauungen im Kontext „islamistischer Bewegungen“ bedingt haben. Insbesondere geht es darum, die vielschichtigen Erfahrungen und Perspektiven herauszuarbeiten. In Fokus der Studie stehen die subjektiven Erfahrungen, Motivationen und Sichtweisen. Die Ergebnisse aus dem Forschungsvorhaben sollen dazu genutzt werden, Beratungs- und Unterstützungsangebote für Personen, die solche Veränderungsprozesse durchlaufen, etwa sich von „islamistischen“ Haltungen und Bewegungen abwenden wollen, zu reflektieren und verbesserte Anhaltspunkte für Beratungsangebote zu entwickeln. Das Forschungsprojekt ist Teil des Verbundvorhabens “Praxisorientierte Analyse von Deradikalisierungsverläufen“ und wird im Rahmen des Nationalen Präventionsprogramms gegen islamistischen Extremismus (NPP) gefördert.

Weiterführende Informationen zum Verbundvorhaben und den Projektpartnern finden Sie hier.